_news:
Umzug
03|11|07
Wir ziehen um. Genug FrontPage. Jetzt wir geblogt. Hier erfolgt keine Aktualisierung mehr. Alles Neue aus Büren und von der Bürengruppe erfahrt ihr jetzt unter www.aha-bueren.de
24|10|07
Nach Büren
und Mannheim finden in diesem Jahr noch drei große Demonstrationen gegen
Abschiebehaft statt:
Am 4. November um 16:00 gegen den Abschiebknast Berlin-Grünau. Eine
Aktion unter dem Motto: "Abschiebeknäste zu Baulücken!" im Rahmen
der de-fence!-Kampagne der Initiative gegen das Chipkartenssystem.
Aufruf
zur Kampagne (pdf)
Aufruf
zur Demonstration (pdf)
Am 24. November um 14:00 gegen den Frauen-Abschiebeknast in Neuss. Mehr
Infos in Kürze.
Am 8. Dezember 11:00/12:30 gegen den Abschiebeknast in
Hannover-Langenhagen. Im Vorfeld führt das Bündnis gegen Abschiebung
Hannover eine Veranstaltungsreihe gegen Abschiebung und Abschiebehaft,
begleitet von einer Plakatausstellung zu Menschen ohne Papiere von kein mensch
ist illegal Köln, durch. Dazu ist eine Broschüre mit Beiträgen zum Thema
sowie Texten und Ankündigungen zu den einzelnen Veranstaltungen und zur
Ausstellung entstanden. Die Broschüren werden demnächst an verschiedenen
Orten ausliegen, können aber auch als (zweiteilige) pdf-Datei von der
homepage der Gruppe alerta heruntergeladen werden:
Teil
1 (pdf)
Teil
2 (pdf)
Abschiebeknäste schließen! Free all prisoners!
Strafgefangene in der JVA Büren
22|10|07
Laut einem Zeitungsbericht vom heutigen Tag stehen in der JVA Büren nun 131 Plätze für Strafgefangene Männer, die eine Ersatzfreiheitsstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu drei Monaten absitzen müssen, zur Verfügung. Die Unterkünfte und die Werkhallen sind von denen der Abschiebehäftlinge getrennt. Im nächsten Jahr ist ein weiterer Ausbau dieses Bereichs um 20 Plätze geplant.
Dieses war möglich geworden, da die Anzahl der Abschiebehäftlinge in den letzten Jahren kontinuierlich zurück gegangen ist. Woran dies liegt lassen die Behörden offen, allerdings dürfte die geringe Zahl an Asylsuchenden der Grund sein.
Verbunden mit der Teilumwidmung der JVA ist auch eine Aufstockung des Personals. Zu den 89 Landesbediensteten und privaten Kräften sollen insgesamt 75 Mitarbeiter aus dem Justizvollzugsdienst zusätzlich in Büren eingesetzt werden.
Büren nimmt Straftäter auf / Abschiebehaftanstalt umgebaut. Artikel bei hiergeblieben.de
Neue Ausstellungen
13|10|07
Es
gibt zwei neue interessante Ausstellungen. Die eine beschäftigt sich mit dem
Abschiebknast in Ingelheim. Die Ausstellung
besteht aus 20 Fotos, die im Jahr 2005 durch einen Mitarbeiter desDiakonischen
Werkes in Hessen und Nassau in der Haft aufgenommen werden konnten. Die Bilder
zeigen die Sicherungsanlagen, Haftgebäude und Zellen. Dazu gehören 22
Infotafeln, die u.a. über GfA (Gewahrsamseinrichtung für Ausreisepflichtige),
den Knast in Ingelheim, über die rechtlichen Grundlagen, den Tagesablauf etc.
informieren. Zur Ausstellung gehören außerdem noch ein Dokumentarfilm sowie
eine Videoinstallation. Die gesamte Ausstellung kann beim Diakonischen Werk in
Hessen und Nassau ausgeliehen werden. Mehr: diakonie-hessen-nassau.de
Die
andere Ausstellung setzt sich mit der Situation filippinischer Hausangestellter
auseinander. Kein mensch ist illegal Hamburg zusammen mit der filippinischen
Hasuangestellten Organisierung in Athen haben unter dem Titel "Filippinische
Hausangestellte räumen mit Vorurteilen auf" mehrere Plakate hergestellt
und beleuchten den Alltag von Filippinas in Griechenland. Mehr: busyshadows.blogspot.com
Europa macht dicht! EU-Asylpolitik zwischen FRONTEX und Menschenrechten
11|10|07
Tausende sterben an den Außengrenzen der EU. Sie ertrinken im Atlantik oder im Mittelmeer, werden gejagt und erschossen, an den Stacheldrahtzäunen Nordafrikas. Milliarden werden in die technische Aufrüstung der „Abwehrschlacht“ investiert.
Wie entwickelt sich die europäische Asylpolitik?
Welche Interessen werden mit welchen Zielen verfolgt?
Welche realistischen Alternativen gibt es?
Zum
Tag des Flüchtlings 2007 spricht dazu Tim Schröder, Bundesvorstand von Amnesty
International
Montag,
29. Oktober 07 um 20:00 Uhr, Kulturwerkstatt Paderborn, Cafeteria,
Bahnhofstr. 64
Eine
gemeinsame Veranstaltung von: Paderborner Flüchtlingsrat, MICADO
- Migrationsdienst im Caritasverband Paderborn, Synodalbeauftragter
für Flüchtlingsfragen des Ev. Kirchenkreises Paderborn
Aufruf zur Telefon- und Faxkampagne für die Häftlinge in Büren
07|10|07
Am
zweiten September demonstrierten wir vor dem Abschiebeknast in Büren gegen die
Abschiebepolitik der Bundesrepublik und gegen die Abschottung der EU. Im Knast
selbst begannen zeitgleich etwa 60 Gefangene mit einem Hungerstreik gegen die
Abschiebegefängnisse. Nachdem drei Gefangene auf freien Fuß gesetzt wurden und
die Anstaltsleitung die Kommunikation unter den Gefangenen verhindert, ist die
Situation auch für uns etwas schwer zu überblicken. Noch immer verweigern aber
mehrere Häftlinge das Anstaltsessen.
Um die öffentliche Aufmerksamkeit wieder auf die Proteste zu lenken und um die
Verantwortlichen unter Druck zu setzen haben wir im Anhang Fragen vorbereitet,
die ihr bitte per Telefon und per Fax an die Anstaltsleitung und das
Innenministerium von NRW richtet. Ihr könnt den Fragenkatalog gerne um eigene
Fragen ergänzen. Ziel ist es, vielleicht doch so die ein oder andere Aussage
der Knastleitung oder der Zuständigen im Innenministerium zu bekommen, vor
allem aber, dass wir jetzt nicht locker lassen und mit vielfältigen Aktionen
das Knastregime unter Druck setzen.
Das Ganze geht dann:
An die Leitung der JVA Büren
Stöckerbusch 1
33142 Büren
Tel.: +49 (0)2951 / 971-0 oder -101 (Anstaltsleiter Strohmeier)
Fax: +49 (0)2951 / 971-133
An das Innenministerium NRW
Referat 15
Haroldstr. 5
40190 Düsseldorf
Tel.: +49 (0)211 / 871-2518 (Hr. Braun) oder -2396 (Hr. Hartwig)
Fax: +49 (0)211 / 871-3355
Bitte schickt uns die Antworten seitens der Knastleitung und des
Innenministeriums.
Hier der Text und die vorbereiteten Fragen:
Sehr geehrte Damen und Herren,
durch die Berichte in den Medien habe ich vom Schicksal der Häftlinge in der
JVA Büren erfahren. Nach den Gerüchten über Hungerstreik und dem Dementi
ihrerseits frage ich mich, was hinter den Mauern der JVA eigentlich passiert.
Deshalb richte ich mich mit diesem Schreiben direkt an Sie und beantrage die
Beantwortung folgender Fragen:
1. Wie viele Häftlinge in der JVA Büren verweigern a) nach Ihren Angaben und
b) nach den Angaben der Häftlinge das Anstaltsessen?
2. Was sind die Forderungen der Häftlinge und was kritisieren sie?
3. Was haben Sie als Gefängnisleitung/zuständiges Ministerium unternommen, um
die Zustände in der JVA zu verbessern?
4. Warum wird den Häftlingen nicht ermöglicht, Zugang zu ihrer persönlichen
Habe zu erlangen?
5. Würden Sie es als interkulturelle Kompetenz beschreiben, dass muslimische Häftlinge
an Weihnachten 2006 Wildschweingulasch auf ihrer Speisekarte hatten??
6. Wie stehen Sie zu der Tatsache, dass bei Gesprächen zwischen Zentraler Ausländerbehörde
(ZAB) und Häftlingen in der Regel kein Dolmetscher anwesend ist?
7. Warum gibt es in der JVA Büren nicht, wie z.B. in Strafhaft üblich,
Aufschluss?
8. Warum dürfen die Gefangenen nicht eigene Vertreter wählen?
9. Warum wurde der vom Kreistag Paderborn gewählte Beirat nicht eingesetzt?
10.
11.
Mit freundlichen Grüßen,
Der Text kann auch als rtf-Datei
oder pdf-Datei
heruntergeladen werden.
Rabatz in Paderborn besetzt
04|10|07
Seit
Sonntag, dem 30.9.07, 1:00 Uhr ist in Paderborn das Rabatz besetzt. Es wird ein
Freiraum in Paderborn für Kunst, Kultur und Politik. Das neue autonome
Kulturzentrum befindet sich an der Bahnhofstraße gegenüber der städtischen,
kapitalistischen Kulturwerkstatt.
Bereits
im Jahre 2005 gründete sich eine freie Kulturgruppe mit dem Ziel, einen
Freiraum für unterschiedliche Kultur zu schaffen. Seit der Zeit wurde versucht,
das alte Cargogebäude, das bereits im städtischen Besitz ist, über den
offiziellen Weg bis zur anderweitigen Verwendung zu nutzen. Dies wurde immer
wieder mit der Begründung abgelehnt, dass an diesem Ort noch mehr Parkflächen
entstehen sollen. Bei den ersten Verhandlungen wurde von Seiten der Stadt
behauptet, dass das Gebäude bis Herbst 2005 abgerissen werden wird. Auch eine
Unterschriftenliste mit mehreren tausend Zustimmungen wurde ignoriert, obwohl
seitens der Kulturbeauftragten der Stadt Paderborn ein Mangel an kulturellen
Einrichtungen zugegeben wurde.
Am 30.9.07 wurde das Gebäude von der Kulturgruppe „Rabatz“ in Kooperation
mit den Punkern des 575 besetzt.
Das Rabatz bietet nun Raum für nichtkommerzielle Konzerte. Jeden Abend spielen
Bands, bei den Konzerten sind jedesmal über 100 Leute dagewesen. Wenn Ihr uns
mit Eurer Musik unterstützen wollt, meldet Euch.
Wir brauchen dringend Unterstützung. Kommt vorbei und bringt Sofas, Schlafsäcke,
Tabak und Klopapier mit. Und vor allem, kommt schnell und zahlreich. Nachdem es
Anfang der Woche nach einer schnellen Räumung ausgesehen hatte, ist nun wieder
alles offen.
Weitere Infos und Kontaktadresse unter: www.rabatz.org
27|09|07
Tod in Abschiebehaft in Hessen: Wir trauern um Mustafa Alcali
27|09|07
Wir trauern mit seiner Familie um Mustafa Alcali, der sich am Morgen des
27.6.2007 in Abschiebehaft in der Justizvollzugsanstalt in Frankfurt das Leben
nahm.
Der Abschiebehaft war vorausgegangen eine Zwangseinweisung wegen Eigengefährdung
in das psychiatrische Krankenhaus in Hanau und anschließend in das
Justizvollzugskrankenhaus in Kassel. Mustafa hatte mit Selbstmord gedroht.
Als er auf Beschluss eines Hanauer Richters nach Kassel verbracht werden sollte,
versuchte Dr. Weiler vom psychiatrischen Krankenhaus Hanau dies zu verhindern,
fand aber kein Gehör. Er hatte akute Schizophrenie bei Mustafa attestiert. In
Fesseln wurde er nach Kassel verbracht. Im dortigen Justizvollzugskrankenhaus
wurde die Diagnose Dr. Weilers nicht akzeptiert. Er wurde als Simulant
eingestuft, obwohl Atteste und Diagnosen von Dr. Weiler vorlagen und dieser
dringend eine Weiterbehandlung angeraten hatte. Man nahm ihm sogar die
Medikamente weg.
Mehr bei internationales-zentrum-friedberg.de. PRO ASYL hat den Fall untersucht und kommt zu dem Ergebnis: "... Das Zusammenspiel zwischen ignoranter Justiz und willfährigen Abschiebungsärzten hat ein Opfer gefordert...". Die ganze Dokumentation: fr-hessen.de
Abschiebeknäste
zu Baulücken!
24|09|07
Nicht alle Menschen dürfen dort leben, wo sie gerne wollen. Viele müssen
fliehen oder machen sich auf die Suche nach einem besseren Leben. Einige kommen
so auch nach Berlin, doch sie sind hier häufig nicht gewollt. Die Verweigerung
eines legalen Aufenthalts bedeutet für sie ein Leben in der "Illegalität",
mit weniger Rechten und immer in der Angst, von der Polizei kontrolliert und
aufgegriffen zu werden. Abschiebeknäste sind eine Endstation für viele
MigrantInnen, sie dienen der Vorbereitung der Abschiebung und als Beugehaft zur
Erzwingung der "freiwilligen" Ausreise. Wir wollen in einer Welt
leben, in der alle die gleichen Rechte haben und je jede/r Leben kann, wo sie
oder er es will. Wir bekämpfen deshalb diejenigen, die uns daran hindern.
Deshalb kommt alle zum Abschiebeknast!
Für freies fluten und alles für alle! Und zwar umsonst!!!
Antirassistische
Demonstration
zum Abschiebschiebeknast in Berlin-Grünau
am Sa 4.11.07, 16:00, S-Spindlersfeld
Eine Aktion im Rahmen der de-fence!-Kampagne der Initiative gegen das Chipkartenssystem.
9. Wochenendseminar des Linken Forums Paderborn
22|09|07
Rassismus, Gewaltkult, Faschismus - Kein ‚Spuk von gestern’ sondern reale Gefahr?
Neofaschistische Organisationen und Szenen wollen für sich „die Köpfe, die Straßen und die Parlamente erobern“. Offensichtlich sind sie damit bei einem Teil der Jugend erfolgreich. Wie bieten Neofaschisten Jugendlichen heute eine „Erlebniswelt“ an ? Mit welchen Methoden arbeiten sie? Wie agiert die neofaschistische Musikszene? Warum sind Neo-Nazis überhaupt für Jugendliche attraktiv ? Wie macht sich der Neofaschismus die „soziale Frage“ zunutze ? Welche Gegenstrategien müssen entwickelt werden ? Was muss getan werden ?
Darüber diskutieren wir mit
Jörg Weltzer, Gütersloh, Kenner der rechten Szene
Jan Raabe, Bielefeld, Experte der neofaschistischen Musikszene
Arno Klönne, Paderborn, Soziologe
01.+02.
Dezember 2007 im Senne-Umweltbildungszentrum GNS e.V., Haustenbecker Str. 61,
32832 Augustdorf
Anmeldung:
www.linkesforum-paderborn.de
oder G.Koch@pcnotdienst.com
Einladung zum Vorbereitungstreffen der Demonstration gegen den Frauenabschiebeknast in Neuss
22|09|07
In den letzten Jahren gab es immer anlässlich des „Internationalen Kampftages
gegen Gewalt gegen Frauen“ eine bundesweite antisexistische und
antirassistische Demonstration gegen den Frauenabschiebeknast in Neuss. Im
letzten Jahr ist diese Demonstration ausgefallen, da mit der Schließung des
Knastes und mit der Zusammenlegung mit dem Abschiebeknast in Büren fest
gerechnet wurde. Dies steht wohl immer noch zur Debatte, scheint aber in weitere
Ferne gerückt zu sein.
Deshalb wollen wir es uns dieses Jahr nicht nehmen wieder unseren Unmut gegenüber
der sexistischen und rassistischen Asylpolitik Ausdruck zu verleihen!
Um die Demonstration auch vorbereiten zu können, laden wir hiermit alle
interessierte Gruppen und Menschen zum 1. Vorbereitungstreffen
am 07. Oktober ab 14 Uhr ins Linke Zentrum Hinterhof Corneliusstr. 118,
Düsseldorf ein.
Neben dem Aufruf und einem Plakat soll auch über Aktionen während der
Demonstration gesprochen werden!
Wir bitten euch die Einladung weiter zu verbreiten und hoffen euch zahlreich auf
dem Treffen begrüßen zu können.
Neuss Demovorbereitungsgruppe.
Anfahrtsbeschreibung:
Mit der Bahn: Erreichbar mit den Straßenbahnen 701 und 711, vom Hauptbahnhof
mit der Straßenbahn 707 und 708, bis Morsestrasse.
Kontakt: antifaneuss@web.de
Perspektiven irakischer Flüchtlinge und MigrantInnen in Deutschland / Vortrag und Diskussion mit Rechtsanwältin Catrin Hierte Piel
15|09|07
Obwohl für die meisten irakischen MigrantInnen die BRD zum Lebensmittelpunkt
geworden ist, lässt ihr Aufenthaltsstatus und die Möglichkeit der Teilnahme am
politischen Willensbildungsprozess teilweise zu wünschen übrig.
Perspektivlosigkeit, der Wunsch die Heimat wiederzusehen und der Druck von der
Ausländerbehörde führen bei einigen irakischen Flüchtlingen und MigrantInnen
sogar dazu, sich über eine Rückkehr in den Irak Gedanken zu machen.
Im Rahmen dieser Veranstaltung wird die Rechtsanwältin Frau Catrin Hirte–Piel
die Perspektiven der irakischen MigrantInnen und Flüchtlinge in Deutschland
beschreiben und ihre Situation beurteilen.
Im Anschluss an den Vortrag soll die Situation gemeinsam diskutiert werden. Die
Veranstaltung findet in arabischer und deutscher Sprache statt. Bei Bedarf kann
auch ins Kurdische übersetzt werden.
Frau Hirte Piel ist auf den Bereich des humanitären Flüchtlingsrechts, sowie
des allgemeinen Ausländerrechts spezialisiert. Sie ist Mitbegründerin und
Vorsitzende des Arbeitskreises Interdisziplinäre Flüchtlingsarbeit e.V.,
Bielefeld, einem Zusammenschluss von im Flüchtlingsrecht tätigen Ärzten,
Kirchenvertretern, professionellen Flüchtlingsbegleitern, Rechtsanwälten und
Therapeuten und außerdem Mitglied bei Pro Asyl, amnesty international und dem
Bielefelder Flüchtlingsrat.
Die Veranstaltung ist eine Kooperationsveranstaltung des Interkulturellen
Bildungswerk Friedenshaus mit dem irakischen Kulturverein.
Veranstaltungsort:
Interkulturelles Bildungswerk Friedenshaus
Teutoburger Straße 106
33607 Bielefeld
Zur Situation irakischer Flüchtlinge: Kampagne "Keine Abschiebungen in den Irak"
Bleiberecht für Amina El Fatmi!
15|09|07
Wir möchten Euch bitten der Forderung Nachdruck zu verleihen, dass die
schwerbehinderte Amina El Fatmi aus Lippstadt ein Bleiberecht in Deutschland erhält
und nicht mehr von Abschiebung bedroht wird. Die aktuelle Duldung hat sie nur
mit öffentlichem Druck erhalten. Denn die Stadt Lippstadt wollte ursprünglich
die ausstehende Entscheidung der angerufenen Härtefallkommission nicht abwarten
und sie abschieben. Amina El Fatmi wurde 1969 in Marokko geboren. Sie leidet
unter einem offenen Rücken und Kinderlähmung. Die Erkrankung führte auch
wegen fehlender Behandlungs-Möglichkeiten zu einer gravierenden körperlichen
Behinderung. Amina El Fatmi ist seitdem vollständig auf die Hilfe eines
Rollstuhles angewiesen. Eine medizinisch notwendige Versorgung ist in Marokko
nicht gegeben, so die Aussage ihrer Anwältin. Die Härtefallkommission berät
über ihren Fall. Bitte schickt Briefe oder E-Mails an die Härtefallkommission
und fordert ein Bleiberecht für Amina El Fatmi oder sammelt Unterschriften.
Inzwischen hat die Stadt Lippstadt erklärt, die Erklärung der Härtefallkomission
abzuwarten. Dieses Votum ist aber rechtlich nicht bindend für die Stadt. Es ist
daher davon auszugehen, das die Stadt Lippstadt weiterhin an der Abschiebung
festhält.
Unterschriftenliste
(.pdf)
Sonderseite:
Amina bleibt!
02. September: Demo und Beginn eines Hungerstreiks
10|09|07
Mehr als 350 Menschen haben in Büren am 2.9.07 gegen Abschiebehaft und für die Schließung von Abschiebeknästen und -lagern demonstriert. Während draußen eine kämpferische Rede eines Inhaftierten verlesen wurde, probten die Gefangenen drinnen den Aufstand: in einem Akt zivilen Ungehorsams verweigerten 60 Häftlinge das Essen. Bis heute befinden sich mehrere Gefangene in einem Streik und verweigern das Essen der Anstalt. Sie üben massive Kritik an der Abschiebehaft und den Zuständen in der JVA.
Noel Asanga, Autor der Rede und mehrerer offener Briefe, ist inzwischen frei.
Wir solidarisieren uns mit den Gefangenen, ihrem Kampf und ihren Forderungen!
Abschiebehaft abschaffen! Abschiebeknäste schließen!
Mehr Informationen über den Hungerstreik und weitere Aktionen findet ihr nach wie vor unter www.bueren-demo.de
Fotos von der Demonstration gegen den Knast am 02. September gibt es hier zu sehen: Bilder
30. August - Aktionstag gegen Abschiebungshaft
28|08|07
Am diesjährigen Gedenktag an die Opfer der rassistischen Flüchtlingspolitik in Deutschland finden mindestens zwei Veranstaltungen statt:
Büren-Stöckerbusch: 18.15 Uhr - Mahnwache zum Gedenken an Rashid Sbaai
Berlin, Hardenbergstr. 30: 18.00 Uhr - Demonstration gegen Abschiebehaft
"Am
30. August 1983 – 1994 – 1999 – 2000 sterben Kemal Altun, Kola Bankole,
Rachid Sbaai und Altankhou Dagwasoundels im deutschen Abschiebesystem.
Kemal Altun stürzte sich nach 13 Monaten in Abschiebehaft aus dem
Fenster des Verwaltungsgerichts in Westberlin, wo eine Klage des
Bundesbeauftragten gegen seine Anerkennung als politischer Flüchtling
verhandelt werden sollte.
Kola Bankole erstickte in der Lufthansa-Maschine, mit der er
abgechoben werden sollte, an einem Knebel, der ihm vom Bundesgrenzschutz in den
Mund gedrückt wurde.
Rachid Sbaai starb in der Arrestzelle des Bürener Abschiebegefängnisses
an einer Rauchvergiftung. Die Matratze seiner Einzelzelle hatte Feuer gefangen.
Trotz Betätigung des Alarms kamen die Polizisten erst nach 15 Minuten.
Altankhou Dagwasoundels starb bei dem Versuch, sich aus dem sechsten
Stock des Krankenhaus Köpenick mit verknotetem Bettzeug abzuseilen. Er war nach
vier Wochen in Abschiebehaft in das Krankenhaus eingeliefert worden. Sein Zimmer
wurde von zwei Beamten bewacht." Mehr unter initiative-gegen-abschiebehaft.de
Offener Brief eines Gefangenen
17|08|07
Aktion
gegen illegale Inhaftierung und korrupter Abschiebung
Stöckerbusch
1
33142
Büren
An
das
Amtgericht
Paderborn
Richter
Berg
05251-126360
Offener
Brief – Dringend
Bereitschaft
zum Hungerstreik und zum zivilen Ungehorsam
mit
zunehmender Besorgnis machen wir auf die Irregularitäten und Fehlurteile des
Rechtsapparates in Büren aufmerksam. Dort sehen sich Immigranten unter
Ihrer Rechtssprechung verfolgt.
Es
gibt ein Komplott zwischen der ZAB und dem Paderborner Landgericht, um
Immigranten willkürlich vor Gericht zu stellen. Es ist offensichtlich, dass
Urteile bereits im Vornherein entschieden wurden und bei der Gerichtsverhandlung
lediglich dem Verfolgten verlesen werden. Dies ähnelt der Rechtssprechung
in rechtslosen Staaten und der im Deutschland der Vorkriegszeit.
Das
Justizwesen, unter welchem Immigranten verfolgt werden, ist diskriminierend und
schlecht. Es dient dem Zweck, Opfer von Umständen wie politischer Verfolgung,
Krieg sowie Flucht vor Gewalt und religiösem Fanatismus festzunehmen und unter
dem Vorwand der Abschiebung einzusperren. Die Aufeinanderfolge von Richtersprüchen
für drei Monate Haft bis zu einer gesamten Haftzeit von 18 Monaten ist eine
schlechte und rassistische Rechtssprechung.
Sind
Sie sich bewusst, dass die Methoden, unter denen Sie diese Immigranten
abschieben, korrupt und nicht übereinstimmend mit den internationalen Normen
sind?
Sind
Sie sich auch darüber bewusst, dass ZAB Bearbeiter Geld im Austausch gegen
Passersatzpapiere von ausländischen Repräsentanten fließen lassen?
Wissen
Sie, dass Immigranten in Länder abgeschoben werden, die nicht ihre Heimatländer
sind? Ist Ihnen der Abschiebungsskandal von 2003-2004 bekannt, von dem
Deutschland weitestgehend betroffen war? Afrikaner wurden nach Ghana abgeschoben
und dort von der ghanaischen Regierung nach Deutschland zurückgeschickt. Ähnliche
Skandale gab es in der Demokratischen Republik Kongo und in Kamerun.
Sind
Sie sich bewusst, dass Behören das Gesetz manipulieren, um ihre rassistischen
Vorstellungen zu befriedigen?
Sind
Sie sich außerdem bewusst, dass die Ideologie, jemanden mehr als drei Monate
unter der Bedrohung einer Abschiebung festzuhalten, darauf abzielt, diese
Person geistig und seelisch zu zerstören?
Wissen
Sie, dass in Büren Fälle von Geisteskrankheiten festgestellt wurden, und, dass
diese Anzahl an Fällen zunimmt?
Wir
machen Sie darauf aufmerksam, dass ein Krimineller mit deutscher Staatsangehörigkeit-
Rassist oder Mörder- möglicherweise ein milderes Urteil erhält als ein
politisch Verfolgter, der ein Jahr unter dem Vorwand der Abschiebung
festgehalten wird.
Wir
sind der Meinung, dass dies eine schwere Verletzung der menschlichen Würde ist
und international nicht verfassungskonform. Es verstößt gegen die
internationale Menschenrechtskonvention, die auch die Bundesrepublik Deutschland
unterzeichnet hat.
Wir
bitten um Aufmerksamkeit und kündigen hiermit unsere Streikbereitschaft
(ziviler Ungehorsam und Hungerstreik) für die unmittelbare Freilassung der
Immigranten an, die nicht eines Strafverbrechens angeklagt sind.
Ich
hoffe auf eine baldige Nachricht von Ihnen.
Verfasst
in Büren, am 8.Juni 2007 und zur Aktion gegen illegale und korrupte Haft und
Abschiebung.
Nuel
Asanga Fon
Kamerunischer Politikstudent auf der Flucht und Kämpfer für die Menschenrechte
Kriege beenden – Abschiebung abschaffen – Menschenrechte durchsetzen
Das Recht auf die freie Wahl des Wohnortes gilt für die meisten Menschen auf diesem Planeten nicht. Dass die Wahrnehmung dieses Rechtes zunehmend auch militärisch verhindert wird, wird in den bürgerlichen Medien in der Regel verschwiegen. Der Krieg gegen die Flüchtlinge, der daraus entsteht, gehört zu den neuen Erscheinungen einer Kriegspolitik, die sowohl die stofflichen Ressourcen der Erde, wie auch die Arbeitskraft der Menschen für eine Minderheit der Weltbevölkerung in Anspruch nehmen will. Die Mehrheit wird so von Wohlstand und sozialen Rechten, wie das der Freizügigkeit, ausgeschlossen.
Zusammengedrängt in Massenunterkünften und isoliert von der Gesellschaft werden diejenigen bestraft, die es trotz aller Hindernisse „geschafft haben“ ihr Recht auf Freizügigkeit durchzusetzen. Sie erhalten keine Arbeitserlaubnis, dürfen ihren Landkreis nicht verlassen und werden tagtäglich daran erinnert, dass sie nicht willkommen sind. Wer die Auflagen der Bürokratie nicht erfüllen kann, dem droht die Abschiebung.
Das weltweit Menschen vor Kriegen flüchten und es nur wenige bis nach Europa schaffen, ist darüber hinaus eine Tatsache, von der keiner sagen kann, er habe es nicht gewusst. Bei der Demonstration gegen das Abschiebegefängnis in Büren anlässlich des Antikriegstages 2007, soll die Verbindung der Themen Abschiebung, Festung Europa mit den Themen Krieg als Fluchtursache und Krieg gegen die Flüchtlinge in den Mittelpunkt gerückt werden.
Der Abschiebeknast in Büren ist Symbol und praktische Umsetzung dieser kriegerischen Politik. Er ist der drohende Zeigefinger, der den Kriegsflüchtlingen genau so wie allen anderen, die nach Europa kommen wollen, drohend entgegen gehalten wird: „Das passiert, wenn ihr es bis Deutschland schafft.“ Er ist aber auch ein tatsächliches Gefangenenlager, in dem mit polizeilichen und juristischen Mitteln die Flüchtlingsabwehr flankiert wird, die im Norden Afrikas und im Osten Europas zunehmend durch Militärs übernommen wird. Zu schlechterletzt ist er immer häufiger Endstation in Deutschland für viele, die hier über Jahre gelebt haben und nun von der Bürokratie als überflüssig angesehen werden. Von Büren aus werden jedes Jahr ca. 2.500 Menschen abgeschoben, ihre Arbeitskraft ist hier nicht (mehr) nachgefragt und sie sollen dort, wohin sie abgeschoben werden erzählen, dass Flüchtlinge in Deutschland im Gefängnis landen.
Wer nach Deutschland kommen darf und für wie lange wird von Gesetzen und Erlassen geregelt. Von Kapitalseite wird eingefordert, dass die Rationalität der herrschenden Ökonomie zur 100 Prozent diese Regelungen bestimmt. Diese Ökonomie beurteilt die Menschen nach der Arbeitskraft, die sie in die deutsche Wirtschaft einbringen können. Der Rassismus der weiterhin bei der Gesetzgebung ein erhebliches Wort mitredet schreckt dabei vor irrationalen Kosten nicht zurück. So werden für die Abschiebung Mittel aufgewandt, die mehrere zehntausend Euro betragen können. Für die Abschreckung und Durchsetzung dieser Flüchtlingspolitik eben nichts zu teuer ist.
Die Schließung des Abschiebeknastes in Büren ist eine Forderung, die eingebettet ist in einen Forderungskatalog, der die Beendigung des Krieges gegen die Flüchtlinge genau so umfasst, wie die Beendigung aller Kriege. Dazu gehört ebenso die Durchsetzung sozialer Rechte, wie das auf die freie Wahl des Wohnortes. Für Deutschland bedeutet die konkret: Abschaffung der Abschiebehaft, Schluss mit den Abschiebungen, Rückberufung aller im Ausland stationierten Bundeswehrsoldaten und Auflösung des Militärs.
Dafür demonstrieren wir am 2.9.2007 in Büren.
Wenn ihr den Aufruf unterstützen möchtet, bitte mail an info@aha-bueren.de
Mehr Infos, Material etc. auf www.bueren-demo.de
Gegen
das Verschwinden im deutschen Abschiebesystem
Tot – aber nicht vergessen!
Am 30. August 1983 – 1994 – 1999 – 2000 sterben
Kemal Altun, Kola Bankole, Rachid Sbaai und Altankhou Dagwasoundels im deutschen
Abschiebesystem.
Kemal Altun stürzte sich nach 13 Monaten in Abschiebehaft aus dem
Fenster des Verwaltungsgerichts in Westberlin, wo eine Klage des
Bundesbeauftragten gegen seine Anerkennung als politischer Flüchtling
verhandelt werden sollte.
Kola Bankole erstickte in der Lufthansa-Maschine, mit der er
abgechoben werden sollte, an einem Knebel, der ihm vom Bundesgrenzschutz in den
Mund gedrückt wurde.
Rachid Sbaai starb in der Arrestzelle des Bürener Abschiebegefängnisses
an einer Rauchvergiftung. Die Matratze seiner Einzelzelle hatte Feuer gefangen.
Trotz Betätigung des Alarms kamen die Polizisten erst nach 15 Minuten.
Altankhou Dagwasoundels starb bei dem Versuch, sich aus dem sechsten
Stock des Krankenhaus Köpenick mit verknotetem Bettzeug abzuseilen. Er war nach
vier Wochen in Abschiebehaft in das Krankenhaus eingeliefert worden. Sein Zimmer
wurde von zwei Beamten bewacht.
Unerklärbar
• Der „illegale“ Grenzübertritt und Aufenthalt ohne gültige
Papiere in Deutschland sind Straftaten, die mit hohen Strafen geahndet werden können
und Migrantinnen kriminalisieren
• Die Abschiebung ist – wie das Abschleppen von Autos oder
das Erteilen einer Baugenehmigung – eine Verwaltungsmaßnahme. Zur
Durchsetzung dieser Verwaltungsmaßnahme können Migranten bis zu 18 Monate
eingesperrt werden. Jeder Tag in Haft wird ihnen mit € 65 in Rechnung
gestellt.
Unvorhersehbar
• Dauer und Ende der Haft sind für die Gefangenen nicht
vorhersehbar.
• An einer Aufklärung und Information über die Situation,
in der sich die Gefangenen befinden, besteht von staatlicher Seite kein
Interesse.
• Die verantwortlichen Behörden verfügen nicht über
ausreichende Sprachkenntnisse. Bereits französisch sprechende Menschen überfordern
das Personal der Abschiebehaft, der Ausländerbehörden und dem Ausreisezentrum
in der Motardstraße völlig.
Unkontrollierbar
• Abschiebehaft ist keine Strafhaft. Die Betroffenen haben
keinen Anspruch auf eine Rechtsanwältin. Der Willkür der Behörden sind kaum
Grenzen gesetzt.
• Die Praxis zeigt, dass die Behörden die Abschiebehaft
entgegen allen staatlichen Beteuerungen als Sanktionsinstrument nutzen, um den
Willen der Migrantinnen zu brechen. Ca. 40% der Gefangenen werden wieder
freigelassen, was in vielen Fällen für die Behörden auch vorhersehbar gewesen
ist.
• Die Inhaftierung auf unbestimmte Zeit, die autoritäre
Anstaltsordnung und die Entmündigung der Gefangenen führt zwangsläufig zu
Spannungen. Es wird immer wieder von Misshandlungen, Diebstähle und
rassistische Beleidigungen – auch und gerade durch das Anstaltspersonal –
berichtet.
• Eine soziale und psychologische Betreuung in der
Abschiebehaft findet von staatlicher Seite de facto nicht statt.
• Die medizinische Versorgung der Häftlinge ist mehr als
mangelhaft. Die Anstaltsärztin ist nicht unabhängig, sondern Angestellte des
Polizeiärztlichen Dienstes und somit ein Rad im deutschen Abschiebesystem.
• Selbst die Versorgung mit Essen in der Abschiebehaft ist
unzureichend. Sie deckt kaum den Tagesbedarf und ist qualitativ schlecht.
Unsere Forderung lautet daher:
Abschiebehaft abschaffen!
An der sofortigen und bedingungslosen Abschaffung der Abschiebehaft führt kein
Weg vorbei. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen und die Dynamik der
migrationspolitischen Proteste anlässlich der G8-Tagung in Heiligendamm im
Berliner Alltag zu bewahren, haben wir beschlossen, unseren Protest in die Stadt
zu tragen. Am diesjährigen bundesweiten Aktionstag gegen Abschiebungen
demonstrieren wir einmal nicht vor dem abgelegenen Knast in Köpenick, sondern
in der Innenstadt.
Wir treffen uns vor dem ehemaligen Verwaltungsgericht, aus dessen Fenster sich
Kemal Altun stürzte und ziehen zur besten Einkaufszeit über den Kudamm zum
Breitscheidtplatz, um gegen die unmenschliche Abschiebepraxis in Berlin und
Deutschland zu protestieren. Sicht-, hör- und spürbar werden wir aber nur,
wenn sich viele beteiligen. Das Potential für eine kraftvolle Demonstration ist
vorhanden.
Unterstützt den Aufruf und kommt zur Demonstration am 30. August 2007,
Treffpunkt um 17:30 Uhr, Hardenbergstraße 30 (Bahnhof Zoo)
Beginn der Demo 18:00
Es rufen auf:
Initiative gegen Abschiebehaft Berlin • Flüchtlingsrat Berlin • Initiative
gegen das Chipkartensystem • Antirassistische Initiative Berlin
Karawane
macht Station vor JVA Büren
27|05|07
Auf
ihrem Weg zu den Protesten gegen den G8 Gipfel in Heiligendamm machte die
„Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen“ am Freitag,
denn 25.5.07 Station vor dem europaweit größten Abschiebegefängnis in Büren/Kreis
Paderborn.
Seit
einer Woche ist die Karawane nun unterwegs quer durch Deutschland. In den nächsten
Tagen steuert sie verschiedene norddeutsche Großstädte und Berlin, aber auch
Orte, die auf keiner Landkarte verzeichnet sind, an. Das sind Flüchtlingslager
und Abschiebegefängnisse. Wie Büren liegen sie meist weit auf dem Land und
somit außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung. Durch vielfältige Aktionen
schafft die Karawane Aufmerksamkeit für die Zusammenhänge zwischen
Entscheidungen der G8, weltweiter Ausbeutung und Fluchtursachen.
Gegen
16:00 traf der Bus der Karawane mit knapp 50 Flüchtlingen, MigrantInnen und
UnterstützerInnen vor dem Gefängnis ein. Empfangen wurde sie von etwa 50
AktivistInnen aus dem näheren Umkreis und Bielefeld.
Durch
Grußworte, verlesen über Lautsprecher in 15 Sprachen wurde versucht die
Menschen hinter den Gefängnismauern zu erreichen, ihnen Mut zuzusprechen und
ihnen die Solidarität der Beteiligten zukommen zu lassen. Als Antwort kamen
laute Rufe, Klatschen und Pfeifen.
Auf
einem Dutzend Transparente verliehen die DemonstrantInnen ihrer Kritik über die
bestehenden Verhältnisse Ausdruck. So war zu lesen: „Für Bewegungsfreiheit
und Bleiberecht“ oder „Freilassung der Gefangenen-Abschiebungen stoppen“.
Einer
der Unterstützer, Frank Gockel, beschrieb in einem Redebeitrag den Haftalltag,
geprägt von Sanktionierungen, Schikanen und Ohnmacht. Er stellte fest, dass
solch unwürdige Behandlung und die unschuldige Inhaftierung Zehntausender eines
Rechtstaates unwürdig seien und forderte die Abschaffung der Sondergesetze für
Flüchtlinge und MigrantInnen.
Die
Demonstranten stimmten lautstark ein mit der Forderung nach der Schließung
aller Abschiebegefängnisse und der Forderung nach Umsetzung des Grundrechtes
auf Bewegungsfreiheit für jeden Menschen.
Trotz
der bedrückenden Gefängnisatmosphäre war die Stimmung bis zum Schluss
ausgelassen und kämpferisch.
Trommeln
gegen Abschiebehaft / Karawane macht Station in Büren / Zielort ist Rostock und
das Umfeld des G8-Gipfels in Heiligendamm
26|05|07
Artikel
aus der Neuen Westfälischen: Es waren zwar nicht die angemeldeten 150
Teilnehmer der Kundgebung, sondern nur knapp 60: Aber die machten am
Freitagnachmittag im Haarener Wald lautstark auf sich aufmerksam mit Sprüchen
wie "Kein Mensch ist illegal – Bleiberecht überall": Die Karawane für
die Rechte von Flüchtlingen und Migranten machte auf ihrer Tour durch die
Bundesrepublik Station an der Bürener Abschiebehaftanstalt.
Friedlicher Protest, dem sich die heimischen Mitglieder
des Zusammenschlusses, die Bürener Gruppe Paderborn, sowie die Bielefelder
sowie Mitglieder des Vereins Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren um
Frank Gockel anschlossen. Nach fast einer Stunde Verspätung – sie hatten aus
dem Ruhrgebiet kommend im Stau gestanden – rollten die Mitglieder der
Karawane, darunter auch Flüchtlinge, mit einem Bus vor die Haftanstalt.
Dort wurden sie mit Musik und Trommeln begrüßt,
Plakate wurden ausgerollt, Grußworte in Deutsch, Französisch, Englisch, Türkisch,
Arabisch, Russisch und weiteren Sprachen in Richtung Insassen geschickt. Rund
200 Menschen aus 50 bis 60 verschiedene Nationen sind dort untergebracht,
darunter laut Gockel auch drei Jugendliche unter 18 Jahren, zu denen man bislang
noch keinen Kontakt habe herstellen können.
Bereits 1998 habe die Karawane, ein bundesweiter
Zusammenschluss, die europaweit größte Abschiebehaftanstalt besucht, erzählte
Gockel und las aus dem Tagebuch eines Abschiebehäftlings. In diesem
Zusammenhang werde der Zielort dieser Karawane wichtig, betonte Kathrin
Dallwitz: Die große Kundgebung am 2. Juni in Rostock gegen den G8-Gipfel:
"Die Abschiebehaft wird mittlerweile europaweit organisiert, der Standort Büren
gewinnt an Bedeutung."
So wolle man im Umfeld des Gipfels auf die Situation
der Menschen, ihre Lebensbedingungen in Lagern, die Diskriminierung durch die
Regelung Gutscheine statt Geld aufmerksam machen: "Es geht uns darum zu
zeigen, warum die Menschen hier sind." Eine Isolation, wie es in Büren der
Fall sei, könne man ebenso wenig akzeptieren wie deren Kriminalisierung, so die
Bielefelderin. Sie sprach von "staatlichem Rassismus". Nächste
Station ist an diesem Samstag Bramsche.
Karawane
der Flüchtlinge macht Station in Büren
22|05|07
Die
"Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen" macht am
25. Mai 2007 ab 15:00 Uhr Halt an der Abschiebehaftanstalt in Büren, um dort für
globale Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte für alle zu demonstrieren.
Neun
Jahre nachdem das erste Mal die "Karawane für die Rechte der Flüchtlinge
und MigrantInnen" durch verschiedene Städte – unter anderem auch nach Büren
– zog, findet nun, unmittelbar vor dem G8-Gipfel in Heiligendamm die dritte
Karawane-Tour statt. Ein weiteres Mal wird dazu aufgerufen, gemeinsam und in
Solidarität gegen das deutsche System der Ausgrenzung, Unterdrückung und
Abschiebung aufzustehen.
Die "Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und
MigrantInnen" wird insgesamt zwei Wochen vom 19. Mai bis zu 4. Juni durch
Deutschland reisen. Die Tour beginnt in Neuburg bei München und endet in
Rostock in der Nähe des G8-Gipfelortes Heiligendamm. Die Tour soll den
Zusammenhang zwischen der Zerstörung der Herkunftsländer der Flüchtlinge und
der Politik der G8-Staaten sichtbar machen. Bei allen Aktionen werden deswegen
Bezüge zu den Herkunftsländern von Flüchtlingen und MigrantInnen hergestellt.
Außerdem soll die Öffentlichkeit auf die menschenfeindliche Lager- und
Abschiebepolitik Deutschlands und der Europäischen Union aufmerksam machen. Die
Tour wird gemeinsam von Flüchtlings- und MigrantInnenselbstorganisationen mit
dem NoLager-Netzwerk und anderen antirassistischen Gruppen organisiert.
Das Motto der Karawane: "Wir sind hier, weil ihr
unsere Länder zerstört!" zeigt den Zusammenhang zwischen der
menschenverachtenden Politik der G8 und Abschiebeknästen wie in Büren als
konkretem Ergebnis dieser Politik.
Die Außengrenzen Europas werden mit einem enormen
Aufwand von Geld und Material dicht gemacht, seien es Zäune, die gebaut werden
oder militärische Überwachung vor den Grenzen. Menschen, die trotzdem das
Wagnis der Flucht auf sich nehmen (die Gefahr, während der Flucht ums Leben zu
kommen, ist wegen der Überwachung enorm hoch), werden in Lager und Knäste
gesperrt, damit sie wieder abgeschoben werden können. Nur wenige Arbeitskräfte
sind erwünscht und das auch nur auf Zeit. Das System der Lager für Flüchtlinge
besteht nicht nur an den Außengrenzen Europas, es setzt sich in den einzelnen
Staaten fort.
In Büren besteht mit der Abschiebehaftanstalt eines
dieser Lager, hier werden Menschen inhaftiert, die nichts verbrochen haben, nur
um sie leichter abschieben zu können. Bis zu 18 Monate können sie hinter
Gitter gesperrt werden, oftmals können sie nicht verstehen, warum. Dazu kommt
noch die bittere Aussicht auf Abschiebung in unsichere Lebensumstände, unter
Umständen in Hunger, Folter oder Tod.
Seit
13 Jahren besteht der Knast in Büren, von dort werden jährlich ca. 2500
Menschen abgeschoben. Und solange dies so ist, wird auch der Protest nicht aufhören.
Deshalb: 25. Mai 2007, 15:00, Kundgebung an der
Abschiebehaftanstalt Büren-Stöckerbusch gemeinsam
mit der "Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen".
Am nächsten Tag reist die Karawane weiter zum Flüchtlingslager
nach Bramsche. Dort findet am 26. Mai ab 13 Uhr 30 eine Demonstration vom
Bahnhof zum Lager statt.
Für globale Bewegungsfreiheit! Gleiche Rechte für alle!
Flyer zum herunterladen und ausdrucken