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Neues Migrationsregime in Europa

Unter der zynischen Überschrift "Eine neue Vision für Flüchtlinge" haben Großbritanniens Kriegspremier Tony Blair, sein Außenminister Jack Straw sowie Innenminister David Blunkett eine Konzeption entwickelt, die das Asylrecht in Europa in seiner Substanz angreift. Die Idee: Flüchtlinge, denen es gelingt, europäischen Boden zu erreichen, sollen hier kurzfristig interniert und so schnell wie möglich in "heimatnahe Schutzzonen" zurückgeschafft werden, die nichts anderes sind als große Flüchtlingslager. Gemeinsam mit anderen EU-Staaten will Großbritannien ein weltweites Netz solcher Flüchtlingsreservate schaffen. In allen Hauptherkunftsregionen von Schutzsuchenden soll es solche "regionalen Schutzzonen" geben. Sie sollen unter der Obhut des Hohen Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) stehen und von den reichen Ländern finanziert werden. Der britische Plan deckt alle wesentlichen Regionen ab, aus denen heute Menschen nach Europa fliehen. So sollen die geplanten Flüchtlingsreservate etwa in der Türkei, dem  Iran, in Nordsomalia (Puntland), Marokko, Rumänien, Kroatien und der Ukraine entstehen. Bei PRO ASYL kann mensch den britischen Vorschlag im Original lesen: „New Vision for Refugees “ , außerdem ein Faltblatt von PRO ASYL, in dem Stellung gegen die Pläne Blairs bezogen wird

Dieser Vorschlag passt zum Paradigmenwechsel europäischer Migrationspolitik: weg von der reinen Festung Europa, hin zu einem flexiblen "migration management". Das beinhaltet die radikale Beschneidung des Asylrechts genauso wie die Anwerbung von "nützlichen" MigrantInnen für das heimische Kapital. Ein Schwerpunkt liegt außerdem auf der verstärkten Bekämpfung sog. "illegaler Migration" (siehe Themenseiten dazu), und zwar nicht erst an den Grenzen oder im Landesinneren, sondern mehr und mehr in den Herkunfts- und Transitländern, auch mit polizeilichen und militärischen Mitteln. Wir versuchen, einen Überblick über die Diskussionen um Lagerpläne und Lager zu geben.

 

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